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Jetzt anmelden: Jahreskongress AVATAR-Transfer

Event | 07.10.2026, 09.30 Uhr — 16.00 Uhr | Volkshaus Jena, Carl-Zeiss-Platz 15, 07743 Jena
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Gesundheitsdaten bilden eine wichtige Grundlage für den medizinischen Fortschritt – von der Entwicklung neuer Therapien bis hin zur Verbesserung der Patientenversorgung. Damit dieses Potenzial ausgeschöpft werden kann, benötigt es Lösungen, die eine vertrauenswürdige und datenschutzgerechte Nutzung sensibler Gesundheitsdaten ermöglichen. Wie gelingt der Transfer solcher Technologien in die medizinische Praxis?

Dieser Frage widmet sich der Jahreskongress des Kompetenzclusters AVATAR-Transfer - Anonymisierung persönlicher Gesundheitsdaten durch Erzeugung digitaler Avatare zum Transfer in Anwendungsfälle, zu dem wir Sie am 7. Oktober 2026 (9:30–16:00 Uhr) herzlich ins Volkshaus Jena einladen. Die Veranstaltung bringt Expertinnen und Experten aus Medizin, Informatik, Wissenschaft und Wirtschaft zusammen und bietet gemeinsam mit den assoziierten Projekten KI-AIM2 und GANGES2 Einblicke in aktuelle Entwicklungen und Anwendungsbeispiele rund um die sichere Verarbeitung und Nutzung von Gesundheitsdaten.

Fachvorträge aus fünf Anwendungsfällen zeigen, wie datenschutzfreundliche Verfahren in unterschiedlichen Bereichen des Gesundheitswesens eingesetzt werden können – von der Therapieunterstützung und Rehabilitation, Medizintechnik und Post-Market Surveillance bis hin zur Infektionsforschung.

Neben den technologischen Entwicklungen stehen auch rechtliche und sozialwissenschaftliche Perspektiven auf die Gesundheitsdatennutzung im Fokus: Expertinnen und Experten des Konsortiums diskutieren aktuelle rechtliche Fragestellungen zur Nutzung von Gesundheitsdaten und beziehen dazu Position vor dem Hintergrund nationaler und europäischer Rahmenbedingungen. Außerdem wird beleuchtet, wie in öffentlichen Diskursen die Chancen aber auch Gefahren im Umgang mit Gesundheitsdaten verhandelt werden. Zahlreiche Workshops, unter anderem zu föderiertem Lernen, rechtskonformer Sekundärdatennutzung und Wissenschaftskommunikation, sowie eine Postersession ergänzen das Programm und bieten Gelegenheit zum fachlichen Austausch.

Wir freuen uns, Frau Katharina Schenk, Thüringer Ministerin für Soziales, Gesundheit, Arbeit und Familie, zur Eröffnung der Veranstaltung begrüßen zu dürfen.

Die Veranstaltung wird vom InfectoGnostics Forschungscampus Jena und der Navimatix GmbH organisiert. 

Kostenlose Anmeldung zum Kongress

 

Agenda

07.10.2026 | 09:30 – 16:00 Uhr | Turmgebäude, Volkshaus Jena

Ab 09:00 Uhr Registrierung
09:30 Uhr Eröffnung – Dr. Jens Hellwage (InfectoGnostics Forschungscampus)

09:35 Uhr Grußworte von Katharina Schenk, Thüringer Ministerin für Soziales, Gesundheit, Arbeit und Familie

09:45 Uhr Vorstellung des Forschungsclusters

  • 09:45 Uhr AVATAR-Transfer: „Anonymisierung persönlicher Gesundheitsdaten durch Erzeugung digitaler Avatare zum Transfer in Anwendungsfälle“
    Dr. Jens Hellwage (InfectoGnostics Forschungscampus)
  • 10:00 Uhr Assoziiertes Projekt KI-AIM2: „KI-basierte Anonymisierung in der Medizin 2“
    Daniel Preciado-Marquez (Medizinisches Datenintegrationszentrum MeDIC, Medizinische Fakultät Münster)
  • 10:15 Uhr Assoziiertes Projekt GANGES2: „Modularisierte Anonymisierung für verteilte Datenpipelines“
    Carolin Brunn (Technische Universität Dresden)

10:30 Uhr Kaffeepause, Besichtigung der Posterausstellung

10:50 Uhr Vortragsreihe: Use-Cases aus AVATAR-Transfer

  • 10:50 Uhr Use-Case Hörgesundheit: „Zwischen Anspruch und Wirklichkeit einer vernetzten Hörversorgung” 
    Dr. Juliane Dettling-Papargyris (ISMA AG) und Dr. Florian Rasche (Navimatix GmbH)
  • 11:05 Uhr Use-Case DNA-Sequenzierung: „Ensuring patient protection: ethical aspects of
    microbial DNA sequencing“
    Mateusz Jundzill (Universitätsklinikum Jena)
  • 11:20 Uhr Use-Case Ophthalmologie: „Anonymisierung durch KI-gestützte Datensynthese in augenärztlichen Versorgungsverläufen“
    Prof. Dr. Cord Spreckelsen (Universitätsklinikum Jena) und Dr. Eike Dazert (Jen- Ophthalmo)
  • 11:35 Uhr Use-Case EEG: „Schutz von EEG-Daten: Von der Plattform zur kontrollierten Datenfreigabe bis zur Rückverfolgung mittels Wasserzeichen”
    Dr. Ralf Hauffe (eemagine), Lena Fiedler (Technische Universität Ilmenau) und Thomas Köllmer (Fraunhofer-Institut für Digitale Medientechnologie IDMT)
  • 11:50 Uhr Use-Case Post-Market-Surveillance: „Daten für moderne Diagnostik am Auge – Meilen- und Stolpersteine auf dem Weg von Forschung zu Produkt.”
    Dr. Merle Fuchs (medways e.V.) und Dr. Markus Leicht (PERCEPTEC GmbH)

12:10 Uhr Gemeinsames Foto

12:15 Uhr Mittagessen, Besichtigung der Posterausstellung

13:15 Uhr Vortragsreihe: Sozialwissenschaftliche und juristische Begleitforschung aus AVATAR-Transfer

  • 13:15 Uhr „Polarisierte Debatten? Gesundheitsdaten im Spiegel von Printmedien und Bevölkerung“
    Julian Pietzko und Prof. Dr. Felix Wilke (Ernst-Abbe-Hochschule Jena)
  • 13:35 Uhr  „Forschung will Daten. Das Recht muss folgen …“
    Prof. Dr. Hans-Hermann Dirksen (Liebenstein Law – Kanzlei für Wirtschaftsrecht)

14:00 Uhr Workshop-Session 1

  • Workshop 1: „Föderiertes Lernen für medizinische KI“ (Teil 1) (Raum Helene Holzmann)
    Dr. Christian Otto, Sebastian Uschmann, Prof. Dr. Cord Spreckelsen (Universitätsklinikum Jena)
  • Workshop 2: „Model Driven Privacy“ (Raum Anna Auerbach)
    Thomas Köllmer (Fraunhofer-Institut für Digitale Medientechnologie IDMT) 
  • Workshop 3: „Die AVATAR-Plattform als Referenzarchitektur für rechtskonforme Sekundärdatennutzung“  (Hörsaal Otto Schott)
    Prof. Dr. Hans-Hermann Dirksen (Liebenstein Law – Kanzlei für Wirtschaftsrecht)
    Dr. Florian Rasche (Navimatix GmbH)

14:50 Uhr Kaffeepause

15:05 Uhr Workshop-Session 2

  • Workshop 4: „Föderiertes Lernen für medizinische KI“ (Teil 2) (Raum Helene Holzmann)
    Dr. Christian Otto, Sebastian Uschmann, Prof. Dr. Cord Spreckelsen (Universitätsklinikum Jena)
  • Workshop 5:„Woran scheitert das Datenteilen in der Praxis? – Hindernisse erkennen und überwinden“ (Raum Anna Auerbach)
    Dr. Eike Dazert (Jen-Ophthalmo) und Julia Berghäuser (ISMA AG) 
  • Workshop 6: „Wissenschaft kommunizieren: Wie man Inhalte effektiv vermittelt, ohne selbst zum Chatbot zu werden“  (Hörsaal Otto Schott)
    Christian Döring (InfectoGnostics Forschungscampus Jena)

15:55 Uhr Zusammenfassung und Ausblick

16:00 Uhr Ende der Veranstaltung



 

Kurzbeschreibung der Workshops

Workshop „Föderiertes Lernen für medizinische KI“

Für den zweiten Teil des Workshops wird ein Laptop benötigt.
 Datenteilen klingt einfach – bis man es in der Praxis versucht. Ob technische Hürden, rechtliche Unsicherheiten (wie DSGVO), organisatorische Widerstände oder schlicht fehlendes Vertrauen: Zwischen dem Wunsch, Daten zu teilen, und dem tatsächlichen Austausch liegt oft eine Reihe ungelöster Herausforderungen. Genau hier setzt der Workshop „Föderiertes Lernen für medizinische KI“ an.

Teil 1 – Einführung
Wir geben einen kompakten Überblick über die Prinzipien des föderierten Lernens, zeigen typische medizinische Anwendungsfälle (z. B. COVID‑19‑Prognose, Tumordetektion) und erklären, warum der Ansatz datenschutzfreundlicher ist als zentrale Datenlager. Dabei gehen wir auch auf die Grenzen ein: Nicht‑IID‑Daten, Kommunikationsoverhead und mögliche Angriffe auf die Modelle (Modellinversion, Mitgliedschaftsinferenz) sowie Gegenmaßnahmen wie Differentielle Privatsphäre und sichere Aggregation.

Teil 2 – Hands‑on Session (Laptop benötigt)
Anschließend implementieren die Teilnehmenden selbst einen Federated‑Learning‑Client in Python. Anhand synthetischer, leicht unterschiedlicher Gesundheitsdaten, trainieren sie ein lokales Modell, senden nur die Gewichte an einen zentralen Server und erleben, wie das globale Modell durch das Zusammenführen vieler Updates verbessert wird – ohne dass jemals rohe Patientendaten das lokale System verlassen. Eine kurze Live‑Demo zeigt den Aggregationsprozess und die steigende Modellgüte auf einem zentralen Testset.
Der Workshop richtet sich an medizinisches Personal und Informatiker*innen mit mittleren Python‑Kenntnissen, die verstehen wollen, wie man datenschutzkonforme KI‑Zusammenarbeit in der Praxis umsetzt. Am Ende gehen sie mit lauffähigem Code, einem tieferen Verständnis der Chancen und Grenzen des föderierten Lernens und konkreten Ansatzpunkten für eigene Projekte nach Hause.

Workshop „Model Driven Privacy“

Anonymisierung ist immer ein Abwägen zwischen Schutzniveau (Privacy) und Auswertbarkeit (Utility). Je nach Anwendungsfall und Datenstruktur wird die Konfiguration der Anonymisierungskomponenten schnell komplex und schwer nachvollziehbar.
Der Modellgetriebene Ansatz soll helfen, Daten, Anonymisierungskomponenten und den geplanten Anwendungsfall zu beschreiben und die Ausführung zu kontrollieren.
Im Workshop werden Beispiele vorgestellt sowie Problemfälle der Teilnehmer im modellgetriebenen Ansatz beschrieben. Der Workshop richtet sich an Entwickler und Anwender von Anonymisierungslösungen.
Bringen Sie zur Vorbereitung gerne einen eigenen Anwendungsfall mit (Beschreibung verfügbarer Daten, Auswertungsziel, angedachter Anonymisierungsweg).

Workshop „Woran scheitert das Datenteilen in der Praxis – Hindernisse erkennen und überwinden“

Datenteilen klingt einfach – bis man es in der Praxis versucht. Ob technische Hürden, rechtliche Unsicherheiten, organisatorische Widerstände oder schlicht fehlendes Vertrauen: Zwischen dem Wunsch, Daten zu teilen, und dem tatsächlichen Austausch liegt oft eine Reihe ungelöster Herausforderungen.
Dieser Workshop bringt Menschen zusammen, die in der Praxis Daten teilen wollen oder erhalten möchten – aus Wirtschaft, Forschung oder Zivilgesellschaft. Gemeinsam erforschen wir die Barrieren, die in realen Projekten auftreten und das Datenteilen erschweren. Was braucht es wirklich an Lösungen, damit das Datenteilen keine Utopie bleibt?

Workshop „Die AVATAR-Plattform als Referenzarchitektur für rechtskonforme Sekundärdatennutzung“ 

Im Workshop möchten wir die bislang im Projekt entwickelten technischen und organisatorischen Ansätze systematisch zusammenführen. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie die föderierte Infrastruktur ausgestaltet sein muss, damit Gesundheitsdaten genutzt werden können, ohne die Datenhoheit der beteiligten Einrichtungen aufzugeben. 
Anhand konkreter AVATAR-Anwendungsfälle betrachten wir Datenflüsse, Anonymisierungsansätze, Verantwortlichkeiten und Rechtsgrundlagen sowie Anforderungen an die Interoperabilität. Daraus leiten wir konkrete Erwartungen an die weitere Ausgestaltung der AVATAR-Plattform ab. 

Workshop „Wissenschaft kommunizieren: Wie man Inhalte effektiv vermittelt, ohne selbst zum Chatbot zu werden“ 
 
Seit Large Language Modelle die breite Masse erreicht haben, ist Wissenschaftskommunikation scheinbar ein Klacks. Doch was auf den ersten Blick oft wie ein runder Antragstext, ein guter News-Artikel oder eine schicke Grafik wirkt, entpuppt sich bei genauerem Hinsehen doch als beliebig, mit Buzzwords vollgestopft oder in Detailfragen vage und gefährlich falsch. Die simple Einsicht: KI nimmt uns nicht das Denken ab, wenn wir komplexe Inhalte verständlich machen wollen.
In diesem Workshop werden an praktischen Beispielen einige Grundlagen für die effektive Kommunikationen von wissenschaftlichen Inhalten vermittelt. Dabei widmet sich der Workshop sowohl einigen Grundprinzipien bei Texterstellung und visueller Gestaltung als auch der Rolle von Logik, Semantik und Pragmatik in der Kommunikation.